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Unter SPAM, Junkmail oder UCE (Unsolicited Commercial Email)
versteht man das Zumüllen einer Mailbox mit unerwünscht versandten Werbemails ausserhalb einer laufenden
Geschäftsbeziehung. In Deutschland zwar nicht explizit durch Gesetz geregelt, aber durch die von den Gerichten
gehandhabte Rechtsprechung auf Basis bereits bestehender Gesetze zum Schutze der Persönlichkeitsrechte und
des unbilligen Eingriffs in den laufenden Geschäftsbetrieb als weitestgehend unzulässig bestätigt.
So lästig tatsächlicher Spam auch ist, geht heute so mancher ungeduldige Zeitgenosse oft ungerechtfertigt
mit dieser Titulierung um, nur weil ihm eine Mail vielleicht "nicht passt". Spam-Abwehr soll deshalb
auch nicht "Mailverhinderung" bedeuten sondern sinnvolle Kanalisierung von elektronisch versandten Nachrichten,
um Belästigungen beim Mail-Empfänger weitestgehend zu vermeiden.
Die Mutmassungen und Schätzungen über den durch SPAM jährlich entstehenden Schaden an der Volkswirtschaft
bewegen sich stark im Bereich der Spekulation. Denn ob durch das Löschen von Mails tatsächlich ein ansonsten
stattfindender spürbarer Mehrwert verhindert wird, ist fraglich. Und während grössere Unternehmen
vor Ihren Netzwerken meist durch Schaltung von Filtern den Grossteil unerwünschter Mails fernhalten könn(t)en,
trifft es wie so oft auch hier eher den privaten Mailempfänger sowie Selbständige und Gewerbetreibende.
Viel grösser sind die Sekundärschäden einzuschätzen, die über (meist als Spam) versendete
dubiose Angebote im Internet entstehen: Computerbetrug und Abzocke über hochpreisige Dialer (Programme zur
Einwahl ins Internet) bzw. verdeckte teure Rückrufnummern aus SMS-Spam an die Besitzer von Mobiltelefonen.
Den Begriff SPAM schreiben manche der amerikanischen Dosenfleischmarke aus Austin/Minnesota zu, deren Name in den
80er Jahren von der englischen Sketch Gruppe "Monty Pythons Flying Circus" in eine Szene übernommen
wurde. Andere führen es auf einen Ausdruck noch aus der Zeit der klassischen Mailbox zurück, wobei SPAM
(hier: Send Phenomenal Amounts of Mail) Versand von Massen-Mailings bedeutete, um andere Server durch eine sogenannte
DOS- Attacke (Denial Of Service) lahmzulegen.
Meist machen Spammer in ihren Werbe-Mails noch das Angebot, man solle sich bei mangelndem Interesse an weiteren
Aussendungen nur einfach aus der Versandliste austragen. Dies ist nicht anzuraten. Spamadressen werden häufig
von permutierenden Adressgeneratoren erzeugt, d.h. theoretisch mögliche Adressen werden ohne Rücksicht
darauf verwendet, ob sie auch reale Adresse sind. Eine Rückantwort würde nur bestätigen, dass diese
Adresse tatsächlich genutzt wird.
Der Spammer kann sich den Mehraufwand leisten: Die Kosten für die Aussendung sind meist vernachlässigbar
gering und Übertragungen finden ja nur auf tatsächlich erreichte Adressen statt. Erst über eine
versuchte Austragung der eigenen Adresse beim Versender (Unsubscribe oder Remove) oder über eine Beschwerde
an den mutmasslichen Absender erfährt der Spammer von der realen Existenz einer Adresse, die er dann nur all
zu oft direkt weiter verkauft. Das Resultat: Man erhält noch mehr SPAM als zuvor. Der beste Rat: SPAM immer
löschen.
Gegen SPAM war bisher kein generelles Kraut gewachsen. So bieten sich z.B. Webinterfaces an, über die spezielle
Filter
gelegt werden. Diese Filter können auf explizite Adressen, ganze Domains, den Inhalt, den Betreff oder auf
einen Teil des eigentlichen Nachrichtenbereichs wirken, einschliesslich möglicher Kombinationen. Was hier
fehlt, sind anwenderspezifische Mechanismen, damit erwünschte Mails nicht auch noch verloren gehen. |
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Das Einfliessen von Erkenntnissen aus erkanntem Spam-Mails zur
Aktualisierung verwendeter Filter findet ebenfalls meist gar nicht oder nur in unzureichender Weise statt. So haben
Spammer die Chance, sich immer wieder neu zu tarnen.
Erste komplett spamgeschützte Systeme für real existierende Mail-Adressen wurden seit 1998 in den USA
entwickelt und ab Frühjahr 2001 erfolgreich im Internet installiert (z.B. mailcircuit.com). Sie verwenden
zur Erkennung von Spam sowohl ständig aktualisierte Spamfilter als auch Handshake-Verfahren zur Identifizierung
einer vom Empfänger zum direkten Mailverkehr mit ihm noch nicht freigegeben Partner-Adresse.
Wenige Monate nach Fertigstellung des bisher wohl am exaktesten arbeitenden Systems von Mailcircuit wurde das Projekt
"MAYL.DE" als Joint Venture zwischen der MCM Media Consult Munich, dem I.D.I. Interessenverband Deutsches
Internet e.V. und Mailport25, Inc. (USA), den Entwicklern von www.mailcircuit.com, gegründet.
Bei diesem Projekt ging es nicht nur um die Eindeutschung des Kerns der US-Software sondern auch die Entwicklung
deutscher Module für die Spam-Diagnose, um eine komplette Anpassung der integrierten POP3-Technik sowie die
Gestaltung der deutschsprachigen Oberfläche.
Im Frühjahr 2002 lag die Betaversion vor, am 7.Juli 2002 erfolgte die Einstellung der fertigen Version als
MAYL.DE ins Internet zur Nutzung von einem zunächste kleineren Userkreis (ca. 1500). Am Ende dieses Live-Tests
hat der I.D.I. Verband am 7.November 2002 das Produkt nun für die Massennutzung freigegeben.
Im nächsten Jahr sollen auch die Versionen MAYL.AT (Österreich) und MAYL.CH (Schweiz) ans Netz gehen,
für deren Support zur Zeit Partner in den entsprechenden Ländern gesucht werden.
Ein wesentlicher Vorteil von MAYL.DE: Erkennung
und Auslagerung von Spam finden nicht erst beim Empfänger sondern bereits im Netz von MAYL.DE statt. Mails,
die weiter durchkommen, bewirken bei der ersten Aussendung nach Eintreffen beim Empfänger automatisch eine
einmalige Identifikations-Mail, die der Absender bestätigen muss.
Der Empfänger allein hat es in der Hand, ob er den Absender einer Mail in seine Identliste aufnimmt: Eine
Liste, in der all jene stehen, deren Mails direkt ihr Ziel erreichen dürfen. In die ebenfalls bereitstehende
persönliche Blockliste hingegen werden diejenigen Adressen eingetragen, von denen man trotz erfolgter Identifikation
(vorläufig) keine Mails (mehr) will.
Spam ist bei MAYL.DE tatsächlich voll unter Kontrolle. Spammer werden es es sich daher überlegen, ob
sie noch unerwünschte eMails auf den Weg bringen, von denen sie wissen, dass sie in der Mülltonne landen,
bzw. im Diagnosebereich des internationalen Spam Center. Durch dessen Analysen fliessen sämtliche bei der
Auswertung gewonnenen Erkenntnisse sofort wieder in die aktuellen Antispam-Tools ihrer Betreiber ein.
Dem Anwender von MAYL.DE kann Spam jetzt jedenfalls egal sein: Seine Mailbox bleibt ab sofort sauber. Ausserdem noch sehr erfreulich: Im Preis inbegriffen
ist eine komplette Realtime-Virenabwehr (von Sophos) und der Verzicht auf jegliche Art von Werbung. Allein die
Lizenzierung einer solchen Virenabwehr ist für den einzelnen User teurer als der Abo-Preis von MAYL.
MAYL.DE ist ein deutsch-amerikanisches
Gemeinschaftsprodukt und steht als kommerziell unabhängige Einrichtung unter der Schirmherrschaft und Verwaltung
des I.D.I. Interessenverband Deutsches Internet e.V. in München.
http://www.mayl.de
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